Mein erstes Buch: Susanne und Beate Hanika

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Und wenn zwei Schwestern miteinander schreiben, ist die Spannung vorprogrammiert.

Wie kam’s dazu, gemeinsam Euer erstes Buch zu schreiben?
DSC_6942Wir haben ja beide getrennt voneinander schon geschrieben und Bücher veröffentlicht. Die Idee, gemeinsam zu schreiben kam von Beate, als wir zusammen auf einem einsamen Bauernhof gelebt und viel, viel Zeit miteinander verbracht haben. Wir hatten so viel Zeit, uns miteinander auszutauschen, dass es für Beate nahe lag, dass man daraus was machen muss. Susanne war sehr skeptisch, weil sich unser Erzählstil ja doch unterscheidet. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass gemeinsam schreiben klappt – aber in Beate hat das anscheinend so gegärt, dass sie irgendwann einen Traum hatte, der die Grundlage von Dark Angels Summer war. Der Traum hatte Susanne zwar immer noch nicht überzeugt, aber Beate hat sich hingesetzt und das erste Kapitel geschrieben. Daraufhin wusste Susanne einfach, wie es weitergeht und das war’s dann. Wenn wir an die Anfänge von den Dark Angels denken, müssen wir immer an den riesigen Nussbaum denken, unter dem wir so oft gesessen sind und geplottet haben …

Wie lange hat es von der Idee bis zum fertigen Buch, sprich die Veröffentlichung in einem Verlag gedauert?
51MP3iCxufLDas ging ganz schnell. Unser erstes Buch haben wir in Rekordzeit fertig gehabt, in etwa vier Monaten – so schnell wie nachher nie wieder ein Manuskript. Es war ein einziger Rausch, das zu schreiben! Wir waren stellenweise für unsere Familie nicht richtig ansprechbar und konnten uns aus der Handlung nicht mehr lösen. Wenn wir darüber gesprochen haben, wie es weitergeht, haben wir darüber so geredet, als würden wir es selbst erleben. Das war einerseits toll, aber andererseits wirklich krass.
Auch das mit dem Verlag ging dann ziemlich schnell, jede von uns hat eine eigene Agentin, und die zwei haben sich für uns ziemlich reingehängt. Insgesamt hat es vermutlich 1,5 Jahre gedauert von der Idee bis zum fertigen Buch, das ist aber die totale Ausnahme – bei unseren anderen Büchern war das nicht so.

Was war besonders schwierig und was hat Euch geholfen?
Bei diesem Buch war das Schwierige, dass man zwischendurch auch noch sein normales Leben führen musste. Also, Duschen, Essen kochen, und mal die Wäsche wechseln ;-). Und mit realen Leuten zu reden und sich dabei nicht zu denken, uah, merkt ihr nicht, wie bedrohlich die Vögel da draußen sind ;-). Dabei hat uns sehr geholfen, dass wir Familie haben, die uns dann wieder auf den Boden der Realität zurückholen.
Das sind aber nicht die normalen Schwierigkeiten beim Schreiben. Normalerweise ist die Schwierigkeit, dass man einen Hänger hat, und nicht mehr weiß, wie’s weitergeht. Da hilft dann aber auch Abstand. Oder zusammen mit seiner Schwester darüber quatschen, bis sich alle Probleme in Luft auflösen ;-)

Und habt Ihr vielleicht noch einen Tipp für angehende AutorInnen?
Schreiben. Schreiben.Schreiben. Wenn das erste Manuskript niemanden interessiert, ein anderes schreiben und dabei experimentieren – manchmal muss man einfach das Thema finden, über das man schreiben will, das man so schreiben kann, dass es für andere attraktiv wird.
Naja. Und vor allen Dingen, nicht aufgeben. Von unserem allerersten Manuskript bis zum Erscheinen hat das auch Jahre gedauert …

Weil das gemeinsame Schreiben so Spaß gemacht hat, haben die Hanika-Schwestern damit weitergemacht und einen phantastisch-spannenden „Romantasy-Roman“ geschrieben. Ganz frisch ist er Ende September bei Sauerländer erschienen. Darum geht’s:
Hanika_Jenseits des Schattentores_01-1Rom, die ewige Stadt: Eigentlich sucht die siebzehnjährige Aurora nur eine Wohnung, doch die Besichtigung läuft anders als erwartet … »Komm rein, wurde ja auch Zeit! Es ist was schiefgegangen, und jetzt liegt er tot da drin«, wird sie von der ein paar Jahre älteren Luna begrüßt. Und bevor Aurora das Missverständnis aufklären kann, hilft sie schon, die Leiche zu beseitigen. Hals über Kopf gerät sie in ein rasantes Abenteuer, das selbst vor den Toren der Unterwelt nicht Halt macht, und verliebt sich auch noch in einen ungehobelten Kerl. Das alles beobachtet die uralte Göttin Persephone – und kann einfach nicht anders, als in die Irrungen und Wirrungen dort unten einzugreifen!

 

Foto der Autorinnen: http://www.fotografieren-verbindet.de