NaNoWriMo: Showdown – die vierte Woche

Und – schwupp – da ist der November fast schon rum – und damit der „National Novel Writing Month“. Wir schalten um zu unserer Schweizer Schreib-Korrospondentin Dorothe Zürcher und sind gespannt, wie weit sie es mit ihrem Roman gebracht hat.

Zürcher-Dorothe-Komp3Endlich kann Renia ihrer großen Liebe Kelio um den Hals fallen. Zusammen hetzen sie durch eine zerstörte Stadt. Eifersüchtige Intriganten, machthungrige Geschwister, Feuersbrünste – nichts kann die beiden mehr auseinanderbringen. Die Szene läuft wie ein Film vor mir ab. Ein Film, dem ich fasziniert folge, da ich ihn selber nicht kenne. Bricht das Haus, neben dem sie sich eben ausruhen, in sich zusammen? Das Haus bricht zusammen! Wie reagieren sie? Was empfindet Renia? Wie hole ich sie jetzt hier wieder raus, ohne dass die Szene kitschig wirkt? Es schreibt. Schon hasten sie weiter. Soll ich noch die Erde beben lassen?

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NaNoWriMo: Stillstand – die dritte Woche

Alljährlich verfallen AutorInnen im Monat November in einen Schreibrausch – da wird nämlich der NaNoWriMo, also der „National Novel Writing Month“, ja, man kann schon sagen, gefeiert. Weltweit versuchen SchriftstellerInnen in nur einem Monat einen ganzen Roman zu schreiben. Wir schauen ab sofort einmal die Woche unserer Schweizer Kollegin Dorothe Zürcher über die Schulter, die sich dankenswerterweise bereit erklärt hat, uns an ihrem ebenso großartigen wie abenteuerlichen Experiment teilhaben zu lassen. Diese Woche war sehr spannend – denn Dorothe schwankte zwischen Frust und Flow.

Zürcher-Dorothe-Komp3Stillstand. Die Arbeit hat mich eingeholt, die liegengelassenen Stapel zuhause, die Verpflichtungen des Alltags. Der NaNo ist in den Hintergrund getreten. Ich meide die Foren, überprüfe ab und zu die Statistiken zu meinem Projekt, die mir jeden Tag neu aufzeigen, wie viel ich wann noch schreiben müsste, um den NaNo zu gewinnen. Müde blicke ich auf die vielen Badges, die ich bekommen könnte: Für tägliche Partizipation, für eine gewisse Anzahl Worte, für Beiträge im Forum und vieles mehr.

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NaNoWriMo: Braucht die Welt meinen Roman?

Woche zwei des „National Novel Writing Month“ ist vorbei und wir haben bei Dorothe nachgefragt, wie es mit ihrem Roman steht. Hier ihr Bericht:

Zürcher-Dorothe-Komp3Die Strassen abseits waren gespenstisch leer. Die Bürger der Stadt verharrten hinter ihren verschlossenen Türen. Es war, als könne man ihre Angst in den Gassen riechen. Angst und Ablehnung.“ (Tamonia 2 – das neue Zeitalter)

Ich schreibe im Zug. Ich schreibe, wenn ich nur eine Viertelstunde Zeit habe. Ich schreibe bis zur Erschöpfung in die Nacht hinein und am frühen Morgen. Schreibend lasse ich das Mittagessen bei der Arbeit ausfallen. Ich schreibe, ohne eine Ahnung zu haben, was im nächsten Abschnitt geschieht. Meine Protagonisten haben längst ein Eigenleben entwickelt, seltsame Szenen, ungewohnte Dialoge kommen mir in den Sinn. Ich haue alles in die Tasten. Sind es Zeilen, die sonst nie zustanden gekommen wären?

The world needs your novel“ wirbt der NaNo auf seiner Homepage. Ich zweifle gerade daran. Unbeendete Dialoge und haufenweise begonnene Szenen, die im Nichts enden. Soll ich wirklich weiterschreiben?

Gerne würde ich die Geschichte ruhen lassen oder alles überarbeiten, doch mir fehlt die Zeit.

Renia, meine Protagonistin hat im ersten Band in klassischer Fantasy-Manier den Bösewicht besiegt. Nun wird sie in Tamonia gefeiert, bemerkt aber, dass die korrumpierte Gesellschaft gar nicht bereit ist, sich zu verändern. Gerne würde ich all die Intrigen, Interessen und Machtspiele, die herrschen, aufzeichnen. Dazu bräuchte ich eine ganze Wand. Nun muss ich mich auf meine Intuition verlassen und hoffen, dass ich die gezogenen Fäden hinter der Bühne richtig im Kopf behalte.

Die Leser des ersten Bandes haben mir zurückgemeldet, dass die Liebesgeschichte ein Nischendasein führe. Also nahm ich mir vor, den zweiten Band aus zwei Perspektiven zu schreiben, aus der von Renia und jener von ihrem Verehrer. Als ich zum ersten Mal aus seiner Sicht schrieb, landet Renia prompt bei ihm im Bett. Bin ich zu schnell vorwärtsgeprescht? Ich könnte die Sache etwas langsamer angehen lassen. Doch dafür müsste ich die Szene umschreiben und dafür fehlt die Zeit. Also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen.

Ich bleibe also dran.

Nebeljäger, dein Schicksal ist es, unbemerkt und leise aufzutreten. Dein Pfeil traf sein Ziel. Entscheide dich jetzt, sonst wirst du leise und unbemerkt untergehen.“ (Tamonia 2 – das neue Zeitalter)

Dorothe Zürcher, 1973 in Zürich geboren, ist verheiratet und unterrichtet an der Oberstufe. Sie lebt in der Schweiz und ist eine leidenschaftliche Fantasy-Liebhaberin.

NaNoWriMo: Aus dem Leben einer Schreibwütigen

Alljährlich verfallen AutorInnen im Monat November in einen Schreibrausch – da wird nämlich der NaNoWriMo, also der „National Novel Writing Month“, ja, man kann schon sagen, gefeiert. Weltweit versuchen SchriftstellerInnen in nur einem Monat einen ganzen Roman zu schreiben. Wir schauen ab sofort einmal die Woche unserer Schweizer Kollegin Dorothe Zürcher über die Schulter, die sich dankenswerterweise bereit erklärt hat, uns an ihrem ebenso großartigen wie abenteuerlichen Experiment teilhaben zu lassen. Also, Dorothe, berichte uns!

Zürcher-Dorothe-Komp3Ich bin dabei

Alle Jahr wieder fallen meine Autoren-Kolleginnen in Ekstase, wenn sie sich auf das Novemberschreiben vorbereiten. Von unglaublichen Schreiberlebnissen ist die Rede, von ganz neuen Ideen, Projekte, die nie zustanden gekommen wären, und vom weltweiten Austausch mit anderen Schreibenden.
Bis jetzt blieb ich skeptisch. Nicht, dass ich mir nicht zutraue einen Roman von 50 000 Wörtern zu schreiben. Aber 50 000 Wörter in einem Monat und das im November, wenn der Weihnachtsstress schon vor der Türe steht?

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Freier Freitag – Lyx-Storyboard

Hier und heute: alles quer durch den Autorinnen-Alltag

Kennt Ihr Lyx-Storyboard?

egmont-lyx-storyboard_welten_teaser_218x218pixDer Egmont-Lyx-Verlag hat sich auf die Fahnen geschrieben, Leser und Autoren zusammenzubringen. Auf der Internet-Platform Lyx-Storyboard können (angehende) Autoren ihre Texte, Bücher veröffentlichen und die ersten Leser und vor allem Leserstimmen finden. Etwa alle drei Monate wird das Lyx-Talent gekürt, dessen Buch als Ebook bei Lyx veröffentlicht wird. Immer wieder bekommen die Storyboard-Autoren Unterstützung durch Blog-Gastbeiträge von renommierten Autoren.

Interesse? Hier geht’s zu Lyx-Storyboard

Auch Bettina Brömme durfte bereits für  den Lyx-Storyboard-Blog schreiben. Hier ihr Gastartikel zum Thema „Wenn die Geschichte plötzlich streikt“:

Zärtlich berührten sie seine Hände, er blickte ihr fest in die Augen und senkte dann ganz langsam seine Lippen auf ihre. Nachdem er sie endlos geküsst hatte, löste er sich von ihr und sagte: … und sagte: … UND SAGTE …

Ja, was denn bloß?

Da hat man sich voller Verve an den Schreibtisch gesetzt, Szenen aus dem Roman-to-be sind vor dem inneren Augen aufgeleuchtet, funkelnde Dialogzeilen perlten als akustische Halluzination an einem vorbei, die Geschichte fegte durchs Gehirn, in den Fingerspitzen kribbelte es. Und dann – nach 20, 30 Seiten Schreibrausch – nichts mehr, niente, nada. Nur ein großes Fragezeichen. Und jetzt?

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