Mein erstes Buch: Markus Richter

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Markus Richter ließ sich von einer sehr besonderen Wohnumgebung inspirieren.

Markus, erzähl doch mal: Wie kam’s zu deinem ersten Buch?
Als ich noch im Schloss Neuschwanstein gearbeitet habe, betreute ich dort eines Abends den Fototermin eines kleinen Kulturverlages aus Hamburg. Sie engagierten mich als Co-Autor und verlegten später meine Broschüre über die Heldensagen, die in den Wandgemälden des Schlosses abgebildet sind. Später folgte ein Kinderbuch mit dem Schlossgespenst „Poldi“. So sammelte ich erste Erfahrungen als Autor. Der Neuschwanstein-Thriller „Ins Herz“ ist mein Roman-Debüt. Darin vermische ich reale historische Begebenheiten mit Fiktion und verarbeite Erlebnisse und Erfahrungen aus meiner Zeit im Schloss, denn dort habe ich nicht nur lange gearbeitet, sondern auch gewohnt.

Wie lange hat es von der Idee bis zum fertigen Buch, sprich die Veröffentlichung in einem Verlag gedauert?
Die erste Idee zum Roman liegt über drei Jahre zurück. Ende 2016 war ich mit dem Schreiben fertig. Anfang des Jahres 2017 habe ich Thomas Endl kennengelernt, der sofort Feuer und Flamme für das Manuskript war. Veröffentlicht wird „Ins Herz“ am 18.09.2017.

Was war besonders schwierig und was hat dir geholfen?
Eine große Herausforderung war es, die Ideen aus meinem Kopf aufs Papier zu bekommen. Ich kannte zwar den Einstieg und das Ende der Geschichte, doch den Weg dazwischen nicht. An vielen Gabelungen bin ich falsch abgebogen und musste wieder zurück. Hilfreich war dann vor allem der enge Kontakt zum Verleger und zu renommierten Schriftsteller/-innen. Das Feedback und die Kommunikation waren enorm wichtig, um das Manuskript und meine persönlichen Fähigkeiten zu verbessern. Dafür bin ich sehr dankbar.

Und hast du vielleicht noch einen Tipp für angehende AutorInnen?
Wenn man es wirklich ernst meint, darf man sich niemals entmutigen lassen. Offenheit für Kritik und Anregungen, sowie der Wille von anderen lernen zu können, sind genauso wichtig wie ein Verlag der hinter dem Projekt steht.

Wer hier oder auf unserer Facebook-Seite bis zum 19. September einen Kommentar hinterlässt, kann ein Exemplar von „Ins Herz“ gewinnen, das bei der Edition Tingeltangel erscheint. Darum geht’s:
1875: Auf der Baustelle der Hohenschwangauer „Neuen Burg“ (Neuschwanstein) stirbt der Bauführer durch einen Schuss ins Herz. Was die tatsächlich erhaltene Chronik des Dorflehrers nur knapp notiert, macht Markus Richter zum Ausgangspunkt eines atemlosen Verschwörungsabenteuers.
Die jungen Hofbediensteten Lenz und Klara wollen sich in dieser Nacht näherkommen. Doch sie stolpern in eine mörderische Intrige. Als sie mit dem Mut der Verzweiflung eingreifen, werden sie selber zur Zielscheibe.

 

Foto des Autors: Thomas Endl

Weitere Infos:  https://www.edition-tingeltangel.de/autoren-k%C3%BCnstler/markus-richter/

 

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Mein erstes Buch: Christine Spindler

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Für Christine Spindler war das Schreiben auch eine Art Therapie.

Liebe Christine, wie war bei dir der Weg zum ersten Buch?
Ich habe immer schon gerne geschrieben – Gedichte, Kurzgeschichten und holprige Romananfänge. Mit Mitte 30 kam ich an einen Punkt in meinem Leben, an dem ich etwas mit dem Schicksal gehadert habe. Ein Todesfall in der Familie, gesundheitliche Probleme, berufliche Unsicherheit … es kam vieles zusammen. Mein Mann meinte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, mich hinzusetzen und endlich das zu tun, wovon ich immer geträumt hatte: ein Buch schreiben.
Also begann ich, eine Krimiserie zu entwerfen und den ersten Band zu schreiben. Das war in jeder Hinsicht therapeutisch. Ich habe einige meiner persönlichen Probleme darin verarbeitet. Zugleich wurde ich von meinem Kummer abgelenkt, da ich Reisen an die Schauplätze meines Romans unternommen habe. Und ich habe mich an der stetig wachsenden Geschichte erfreut. Erfolgserlebnisse sind ein großartiges Mittel gegen Stress.

Wie lange hat es von der Idee bis zum fertigen Buch, sprich die Veröffentlichung in einem Verlag gedauert?
Vier Jahre.
Zwei Jahre habe ich gebraucht, um das Buch zu schreiben und immer wieder zu überarbeiten. Außerdem habe ich es von zwei Native Speakers korrekturlesen lassen, denn ich hatte es auf Englisch geschrieben und wollte sicher sein, sprachlich alles richtig gemacht zu haben.
Die Suche nach einem Verlag hat sich aus genau diesem Grund recht schwierig gestaltet, da ich das Manuskript keinem deutschen Verlag anbieten konnte. Von den englischen Verlagen, die ich angeschrieben habe, erhielt ich meist nicht einmal eine Antwort.
1999 bekam ich endlich Internet-Anschluss und habe mich viel effektiver auf Verlagssuche begeben können. So fand ich kurz darauf in den USA einen kleinen Verlag, der das Buch als Taschenbuch und e-Book veröffentlicht hat. Als die Belegexemplare kamen, war ich vor Glück völlig aus dem Häuschen. Und das, obwohl mir das Cover überhaupt nicht gefallen hat. Wie man auf dem Foto sieht, ist es sehr merkwürdig und kontrastarm.

Was war besonders schwierig und was hat dir geholfen?
Als schwierig erwies sich meine niedrige Frusttoleranz, die sich bemerkbar machte, wenn ich eine Absage bekam. Besonders geholfen hat mir meine Familie, die mich immer wieder ermuntert hat, nicht aufzugeben. Außerdem hatte ich große Lust am Schreiben entwickelt und habe während der Verlagssuche mein nächstes Buch verfasst.
Ja, meine Begeisterung für das Schreiben war so groß, dass ich stolz verkündet habe, mindestens fünf Bücher schreiben zu wollen. Wenn nicht sogar zehn! Ich fühlte mich dabei sehr verwegen. Hätte ich damals Besuch aus der Zukunft bekommen und dieser Besucher hätte zu mir gesagt: „In 20 Jahren wirst du 50 Bücher geschrieben haben“, dann wäre ich vermutlich einfach vor Schreck umgekippt.

Und hast du vielleicht noch einen Tipp für angehende AutorInnen?
Ein wichtiger Tipp lautet, sich selbst treu zu sein.
Am Anfang muss man ein bisschen herumprobieren, was einem am besten liegt. Wie planerisch möchte man vorgehen, wie viel kann man dem Zufall überlassen? Ich plane nur sehr skizzenhaft und lasse mich von den Personen durch die Geschichte leiten. Dabei erlebe ich viele Überraschungen, muss aber auch großes Vertrauen darin haben, dass eine Idee sich tatsächlich zu einem ausgewachsenen, stimmigen Roman entwickeln wird.
Sehr hilfreich ist es, sich ein tägliches Pensum vorzunehmen. Vier Seiten am Tag sind nicht viel, in der Summe ergeben sie mehrere Bücher im Jahr. Ohne Tagespensum hat man das Gefühl, man würde nie fertig werden, weil das Manuskript nur so langsam wächst.
Ein weiterer Vorteil eines festen Pensums: Man braucht nicht darauf zu warten, dass sich ein besonderer Zustand der Inspiration einstellt. Der entsteht am ehesten dann, wenn man einfach drauflos schreibt. Die ersten Sätze sind noch unsicher, ein Vorantasten in das, was man als Nächstes schildern will. Aber irgendwann fließt es dann richtig gut.
Und da kommt schon der nächste Tipp: Man sollte dafür sorgen, dass man nicht gestört wird. Denn es fühlt sich ganz grässlich an, wenn der wunderbare Schreibfluss unterbrochen wird. Als bei uns im Haus noch mehr Trubel herrschte, hatte ich ein Schild an meiner Arbeitszimmertür: „Nur in äußersten Notfällen anklopfen.“

Wer hier oder auf unserer Facebook-Seite bis zum 12. September einen Kommentar hinterlässt, kann gleich zwei Bücher von Christine Spindler gewinnen: Einmal ihr eigenes Herzensbuch „Mond aus Glas“ und den Autorenratgeber „Mein Ideengarten“. In „Mond aus Glas“ geht es um Folgendes:
Sie sind beide Außenseiter: Die sechzehnjährige Luna, die sich immer an ihrer Zwillingsschwester Stella orientiert hat und seit deren Tod neuen Halt im Leben sucht.
Der achtzehnjährige Finn, der von seiner Mutter überbehütet wird, weil er Bluter ist.
Als Luna und Finn sich begegnen, fühlen sie sofort eine tiefe Verbundenheit. Doch bald kommen Lügen und Geheimnisse an den Tag und nichts ist mehr so, wie es war.
Ist ihre Liebe stark genug, um die beiden Familien aus ihrer Trauer, ihrer Starre zu befreien?

 

 

 

 

 

Foto der Autorin: Wolfgang Irg

Homepage der Autorin: https://www.christinespindler.com/

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Mein erstes Buch: Marta Donato

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Marta Donato ist zielstrebig und ausdauernd vorgegangen – mit einem Fernlehrgang.

Liebe Marta, erzähl mal: wie kam’s zu deinem ersten Buch?
Bücher schreiben wollte ich schon immer. Mein ganzer beruflicher Werdegang, neben dem Schreiben, war auf das Buch, auf den Verlag ausgerichtet. Mir war jedoch auch klar, dass mein Germanistikstudium nicht die richtige Voraussetzung bot, um einen Roman zu schreiben, dass es dazu spezielles Rüstzeug braucht. Deshalb habe ich einen auf drei Jahre angelegten Schreibkurs an einer Fernakademie belegt. Während dieser Zeit kam mir dann der Zufall zu Hilfe. Auf einer Betriebsfeier habe ich die Frau eines Arbeitskollegen meines Mannes kennengelernt. Sie war als Autorin von Frauenromanen und Drehbüchern sehr erfolgreich. Sie hat mir dazu geraten, einen Agenten zu suchen, der Unterhaltungsliteratur vermittelt. Heute, fast dreißig Jahre später, kann ich sagen, ihr Rat war gut und hat funktioniert. Inzwischen sind einige Romane in verschieden Genres und mit unterschiedlichen Pseudonymen von mir erschienen und ich habe bei zahlreichen Anthologien mitgemacht.


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Mein erstes Buch: Thomas Kastura

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Bei Thomas Kastura haben die Töchter Papas Schrifsteller-Karriere angeschoben.

Lieber Thomas, was war der Anlass für dein erstes Buch?
Die Geburt meiner Töchter. Damals, 2000/2001, habe ich mich gefragt, was aus den beiden mal wird. Daraus entstand „Die letzte Lüge“, eine pädagogisch garantiert nicht wertvolle Vater-Tochter-Geschichte, eine Roadnovel, die der Verlag dann als Krimi bezeichnet hat. Bücher schreiben wollte ich schon von Jugend an, aber ich hatte noch nichts zu erzählen, bis ich dann Mitte 30 war, dann hatte sich Einiges angesammelt an Liebe und Leid, Gutem und Bösen.

Und wie lange hat es von der Idee bis zum fertigen Buch, sprich bis zur Veröffentlichung in einem Verlag gedauert?
Das ging ziemlich schnell. Zu Goldmann, wo „Die letzte Lüge“ erschien, hatte ich als Anthologie-Herausgeber bereits Kontakte (per Brief hergestellt, so wie man es eigentlich nicht macht). Für den Roman habe ich ungefähr ein Jahr gebraucht.

Was war besonders schwierig und was hat dir geholfen?
Schwierig sind bei mir immer die Seiten 80 bis 120, da stecke ich oft fest und komme nicht weiter, trotz gründlichen Plottens, Exposé etc. Dann helfen Reisen, Tapetenwechsel, Recherche vor Ort, aber auch Gespräche mit Schriftstellerkollegen. Oder die Arbeit an einem ganz anderen Text, den man dazwischenschiebt. Aber Achtung: Man darf sich nicht verzetteln, leider ist das meine Spezialität.

Und hast du vielleicht noch einen Tipp für angehende AutorInnen?
Je öfter man über eine geplante Geschichte spricht, am besten mit Fachleuten (Agenten, Lektoren, Kollegen) oder mit sehr guten Freunden, desto besser. Zunächst einmal ist man bei solchen Unterhaltungen gezwungen, seine Ideen zusammenzufassen und zu gewichten, dadurch geht man souveräner mit der Story um. Außerdem sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, und dann es ist oft so, dass einen Außenstehende auf das Offensichtliche stoßen. Also: nicht nur schreiben, sondern auch darüber reden.

 

Thomas Kastura schreibt für Erwachsene und auch Jugendliche. Als letztes erschien bei Droemer sein spannender Roman „Dark House“. Darum geht’s:
Da waren’s nur noch neun.
Es war eine unverzeihliche Verrücktheit. Zehn Jahre ist es her, dass John und seine Freunde als Abschluss ihres Studiums in einem verlassenen Gebäude ein »Dark House« einrichteten: mehrere völlig abgedunkelte Räume, in denen nichts zu sehen, aber alles erlaubt war. Wie weit würden sie gehen? Würden sie nach dieser Grenzerfahrung noch dieselben sein? Kurz darauf verübte eine junge Frau aus der Gruppe Selbstmord, über den niemals wirklich gesprochen wurde. Nun wollen die Freunde endlich Licht ins Dunkel bringen und treffen sich auf Johns Anwesen an der felsigen Küste von Dorset. Doch kaum ist ein Tag vergangen, liegt einer von ihnen tot auf den Klippen – der Beginn eines tödlichen Reigens …

 

Wer hier oder auf unserer Facebook-Seite bis zum 04. April einen Kommentar hinterlässt, kann seinen neuen Jugend-Thriller aus dem Arena-Verlag gewinnen. Darum geht’s in „Please identify! Auf der Jagd nach Laura Adams“ :
Als Laura auf Interrail-Tour ist, taucht auf ihrem Online-Profil plötzlich ein peinliches Foto auf, das sie garantiert nicht selbst hochgeladen hat. Doch Laura kann das Bild nicht löschen, sie hat keinen Zugriff mehr! Dafür aber Tausende von anderen Usern, die in Lauras Namen zu gefährlichen Aktionen und Flashmobs aufrufen. Schnell geraten die Dinge nicht nur im Internet außer Kontrolle – bis schließlich sogar die Polizei auf der Jagd nach Laura ist.

 

Foto des Autors: Cornelia Daig-Kastura
Homepage des Autors: http://www.thomaskastura.de/kat5.php

 

 

 

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Mein erstes Buch: Anne Weiss

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Manchmal findet man den perfekten Co-Autor auf der gegenüberliegenden Seite des Büroschreibtisches.

Anne Weiss-048Liebe Anne, Anfang 2008 erschien dein erstes Buch „Generation Doof“. Wie kam’s dazu?
Das war, als ich noch als Lektorin bei Bastei Lübbe gearbeitet habe. Ich fand Schreiben schon immer spannend, aber ich hätte mich nie getraut, selbst ein Manuskript einzureichen. Ich sah mich eher als Texthebamme – jemand, der Autorinnen und Autoren berät, sie mit Ideen unterstützt und die Geburt ihres Buches so leicht wie möglich macht. Inzwischen bin ich Freiberuflerin und tue das immer noch gerne, aber das eigene Schreiben nimmt nun den größeren Teil meiner Tätigkeit ein.

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Mein erstes Buch: Rainer Wekwerth

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Rainer Wekwerth schreibt, seit er schreiben kann – bis zum ersten Buch hat’s dennoch gedauert.

RainerWekwerth Lieber Rainer, erzähle uns: Was war der Grund für dein erstes Buch?
Es gab keinen speziellen Grund. Ich schreibe, seit ich schreiben kann, also seit einem Alter von sieben Jahren. Lange Zeit war das aber nur eine Leidenschaft, eine erfolglose, da ich außer Kurzgeschichten nichts zu Ende brachte, Romane anfing, und da ich ohne Konzept einfach so drauflos schrieb, mich immer wieder festfuhr. Anstatt nun das Problem zu lösen und das Handwerk zu lernen, begann ich den nächsten Roman, bei dem mir das bestimmt nicht passieren würde, bis es dann wieder soweit war. Ich denke, so geht es vielen Nachwuchsautoren.

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Mein erstes Buch: Anna Ruhe

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Manchmal ist es ein Baby mit besonderen Schlafgewohnheiten, das seine Mutter zur Autorin macht.

AnnaRuheLiebe Anna, Anfang 2015 erschien dein erstes Buch „Seeland“. Wie kam’s dazu?
Das war ziemlich unverhofft. Ich gehöre nicht zu denen, die schon als Kind Schriftstellerin werden wollten. Im Gegenteil. Ich bin zwar zwischen Bergen von Büchern groß geworden und habe Bücher auch schon immer geliebt, keine Frage. Aber als Kind war ich fest davon überzeugt, dass Schriftsteller grundsätzlich sehr, sehr alte Menschen sind. Auch die größte Heldin meiner Kindheit Astrid Lindgren war schließlich grauhaarig.
Letztendlich habe ich dann aber trotzdem nicht auf die grauen Haare gewartet, um ein Buch zu schreiben. Der Grund war mein erster Sohn, der sich strickt weigerte in einem Bett zu schlafen. Übermüdet schob ich ihn deshalb im Kinderwagen für seinen Mittagsschlaf durch Wind und Wetter. Auf einsamen Parkbänken, oft bei Nieselregen und neben meinem endlich schlafenden Baby, fiel mir dann wieder ein, dass ich als Kind immer nach einer bestimmten Geschichte gesucht hatte. Eine, die ich nie fand, weil sie nämlich niemand geschrieben hatte. Damals geisterten schon sehr genaue Vorstellungen in meinem Kopf herum, wie die Geschichte sein sollte. Sie musste komplett unter Wasser spielen und es sollte eine Abenteuergeschichte sein. Also fing ich auf meinen Parkbänken an, diese Geschichte weiterzuspinnen. Einmal angefangen, wollte ich nicht mehr aufhören und der Nieselregen hat natürlich prima dabei geholfen, mich in das Setting hineinzudenken.

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Marketing für Autoren

Birgit_Franz_(c) Sehstern, Marion Hogl„Es passiert nichts!“

Autoren sind oft enttäuscht von den Marketingaktivitäten der Verlage. Denn obwohl diese viele Kanäle bespielen, wird dabei nicht jeder Autor und jedes Buch so berücksichtigt, wie man es als Autor gerne hätte. Wie funktioniert Marketing bei den Verlagen eigentlich? Wo kann man als Autor einhaken und seine eigenen Wünsche einbringen? Und was kann man selbst tun?
Als Gastdozentin begrüßen wir zu diesen und noch viel mehr Fragen am Sonntag, 20. November von 10.00 bis 17.00 Uhr  Marketing-Expertin Birgit Franz in der Münchner Schreibakademie. Weitere Infos hier, zur Anmeldung geht’s hier.
Und wer noch unsicher ist, ob er so einen Kurs benötigt kann hier  unseren kleinen Test zum Thema Marketingwissen machen …

Los geht’s!

1. Was ist ein „Blurb“?
a) Zwei vertauschte Sätze in einem Manuskript
b) ein werbendes Promi-Zitat auf der Rückseite eines Buches
c) ein Aufsteller in der Buchhandlung

2. Wo sollte ein Autor nicht für sich werben?
a) Facebook
b) Twitter
c) Aushängebord im Supermarkt

3. Was ist eine Blogtour?
a) ein Buch wird an mehreren Tagen in verschiedenen Literaturblogs im Internet vorgestellt
b) ein Autor zieht um die Häuser, um sein Buch vorzustellen
c) ein Autor lädt Blogger zu sich nach Hause ein und bewirtet sie

4. Was eignet sich besonders gut, um sein Buch selbst zu bewerben?
a) Aufkleber mit Buchcover auf dem Auto
b) Lesung
c) Plakat im Arbeitszimmerfenster aufhängen

5. Was macht ein Verlag, um ein Buch zu bewerben?
a) Kaffeetassen mit dem Bild des Autors darauf verschicken
b) Werbeminuten im Fernsehen buchen
c) Leseexemplare für Vorab-Rezensionen verteilen

Die Antworten gibt’s hier

Foto: Sehstern / Marion Hogl

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Mein erstes Buch: Vanessa Mansini

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Vanessa Mansini hat damit vor allem als Selfpublisherin Erfahrung. Pardon, als Selfpublisher. Und das Foto da rechts ist auch nicht das falsche …

Michael Meisheit 2012 Portraitaufnahmen von dem Autoren Michael Meisheit © magwell.de / Steven Mahner Verwendung nur mit Genehmigung von magwell.de bei Nennung "Foto: Steven Mahner"

Lieber Michael, wie kam’s zu Deinem ersten Buch?
Als Drehbuchautor habe ich mich immer gefragt, ob man im Internet nicht auch mal neue Formen des Erzählens ausprobieren sollte. Deswegen habe ich eines Tages einfach begonnen, einen fiktiven Blog zu schreiben: „Vanessa X.“ Er war aus Sicht einer Frau geschrieben, die unglücklich verheiratet und schwanger auf ihren absoluten Traummann trifft, der aber dummerweise hartnäckig behauptet, von einem anderen Planeten zu kommen. Über den Zeitraum von einem halben Jahr habe ich zwei oder drei Mal die Woche kleine Beiträge dazu geschrieben. Das haben vielleicht vierzig oder fünfzig Leute verfolgt und ich sah es eher als gescheiterten Versuch an. Als ich dann die Möglichkeiten des Selfpublishings kennengelernt habe, dachte ich: Och, probiere ich damit doch mal aus, einen Verkaufserfolg bei den eBooks zu erzielen.

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Mein erstes Buch: Nina George

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Nina George fand eine starke und eher ungewöhnliche Antriebsfeder, ihren Erstling zu schreiben

_UZ16853-BearbeitetLiebe Nina, was war der Grund für dein erstes Buch?
Wut. Ich war 21 Jahre, es war 1994, und ich habe mich maßlos geärgert. Und zwar über die Klischees über Frauen und Männer, die in den Medien immer zuckersüßer verbreitet wurden – Männer, die sich von Stolz, Ego und Eiern leiten lassen und den ganzen Tag nur an das Eine denken (Sex), Frauen, die nur an das Andere denken (Diäten) und ihr Gehirn nur dafür nutzen, um über ihr Aussehen nachzudenken. Auch war 1994 noch die Illusion en vogue, dass Frauen weit weniger Interesse an lustvoller Sexualität hätten, als an Ehe und Reihenhaus mit Kräuterschnecke.
Also schrieb ich Abends und am Wochenende, nach der Arbeit in der Redaktion, kleine Kolumnen, Essays und Miniaturen. Mal über die Lust der Frau auf den Fremden, mal über Männer, die am liebsten Ruhe vor dem ganzen Sexmist hätten; ich schrieb über die Macht der Bilder in den Medien, über Intelligenz als Attraktivitätsfaktor, ich schrieb meine Gedanken zu deutscher Kirche und ihrem Frauenbild, über die Macht der Emotion über die Vernunft (Lust macht blind) und darüber, wie wir uns von den Geboten unserer Großmütter und Mütter befreien müssen, um uns selbst zu finden. Am Ende hatte ich ein Buch und wusste nicht, wohin damit.

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