Mein erstes Buch: Angelika Jodl

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Angelika Jodls Liebe zur Grammatik hat sie auf die Idee zu ihrem ersten Buch gebracht – wie gut, dass sie nicht nur Sprachlehrerin ist, sondern auch eine begnadete Erzählerin

Liebe Angelika, erzähl uns: Was war der Grund für dein erstes Buch?

Ich wollte tatsächlich eine Grammatik schreiben. Aber eine, die Spaß macht, die man liest wie einen Roman. Also habe ich mir eine Lehrerin als Protagonistin ausgedacht und ihr einen schlauen, aber renitenten Schüler gegenübergestellt, den russischen Jockey Sergey, der gar nicht wirklich Deutsch lernen, sondern ein Pferd kaufen will. Zu jedem Kapitel gab es ca. 3 Seiten Grammatik, in der das Romangeschehen weitergesponnen wurde mit Enthüllungen von Geheimnissen aus dem Leben von Sergey. Ziel der Grammatik sollten Regeln für den gelungenen deutschen Satz sein – widergespiegelt durch die beiden Helden, deren Leben auch erst gelingt, nachdem sie die Sichtweise des anderen akzeptiert haben. So ist dann eine Liebesgeschichte daraus geworden.

Wie lange hat es von der Idee bis zur Veröffentlichung in einem Vertrag gedauert?

Erste Idee Januar 2012 – Erscheinungstermin Mai 2016.
2012 habe ich zu schreiben begonnen, dann alles verworfen und noch mal angefangen. 2013 war der Roman fertig, aber erst mal konnte meine Agentin das Manuskript nicht unterbekommen. Wegen der Grammatik, hieß es – wo soll der Buchhändler das hinstellen? Eineinhalb Jahr später habe ich mein Buch quasi operiert, die Grammatik herausgeschnitten und auf meinen Blog (www.angelika-jodl.de) transponiert. Der Restkörper hat sich dann schnell verkauft, doch vom Kaufvertrag bis zum Erscheinungstermin dauerte es noch mal ein knappes Jahr.
Was war besonders schwierig und was hat dir geholfen?

Die Liebesszene. Ich hatte Angst, dass sie kitschig werden könnte. Als ich daran schrieb, hatte ich gerade einen Job an einer russischen Uni. Das Leben dort bot wenig Ablenkungsmöglichkeiten. Draußen saukalt, Unterkunft spartanisch, Internet wackelig. Aber täglich traf ich meine russischen Kolleginnen, die mir geduldig meine vielen Fragen zum Wesen des russischen Mannes beantwortet haben. Alles in allem die besten Voraussetzungen für effektives, nüchternes Arbeiten.

Und hast du vielleicht einen Tipp für angehende AutorInnen?

Sogar zwei: 1. Macht euch mit der Dramaturgie von Texten vertraut.

Und 2. Lesen. Das, was gefällt, die Lieblingsautoren immer wieder.

Momentan arbeitet die Autorin an ihrem zweiten Buch zum Thema Liebe, Freundschaft und culture clash in China, das im Sommer 2018 erscheint. Und darum geht’s in „Die Grammatik der Rennpferde“:
Eine Lehrerin, die Ausländern Deutsch beibringt. Ein russischer Ex-Jockey, der Pferdeställe ausmistet. Zwei, die nichts miteinander gemein haben, aber plötzlich miteinander zu tun bekommen, entdecken, dass es manchmal keine Regeln gibt …
Für die Studenten von Salli Sturm ist die Grammatikstunde täglich großes Kino. Und für Salli wird daraus eine Liebesgeschichte, mit der sie nicht mehr gerechnet hätte. Weil sie die Altersgrenze für Romanzen überschritten hat und weil sich ihr Schüler Sergey so hartnäckig gegen Konjunktive und Artikel stemmt. Bis Salli schließlich in einer kalten Februarnacht alle erlernten Regeln fallen lässt. Und sich selbst gleich dazu.

 

Website der Autorin: http://angelika-jodl.de/           Tipp: unbedingt im Blog vorbeilesen!!

Foto der Autorin: Astrid Eckert

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