Mein erstes Buch: Alana Falk

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Alana Falk macht vor, wie man sich von Kurzgeschichten bis zur Trilogie langsam aber stetig vorarbeitet.

PortraitkleinLiebe Alana, sag mal, wie kam’s  zu deinem ersten Buch?
Das erste Buch, das ich je geschrieben habe, wurde nie veröffentlicht. Ich hatte es 2008 im Nanowrimo geschrieben, einer weltweiten Aktion im November, bei der man versucht, einen ganzen Roman in einem einzigen Monat zu schreiben. Das habe ich auch geschafft, allerdings merkt man dem Roman stark an, dass es das erste war, was ich je geschrieben habe, weswegen ich ihn nie eingereicht habe. Da ich die Geschichte aber immer noch mag, habe ich angefangen, sie auf meiner Website live zu überarbeiten, nicht nur, um die Geschichte irgendwann einem Verlag einreichen zu können, sondern auch, weil ich oft gefragt werde, wie ich arbeite und das daran zeigen möchte.
Einige Jahre und Romane später sah ich dann die Ausschreibung eines Verlags, bei der Märchen von H. C. Andersen adaptiert werden sollten. Ich wählte das Märchen „Die roten Schuhe“, weil es mich schon immer sehr faszinierte, obwohl oder gerade weil es sehr brutal und grausam ist. Aus der geforderten Kurzgeschichte wurde ein Roman, ein Schicksal, das mich oft ereilt, zum Beispiel auch bei meinem Roman „Bis ins Herz der Ewigkeit“, der ursprünglich mal eine Kurzgeschichte für die Ausschreibung „Dunkle Stunden“ war.
Aus der Kurzgeschichte für die Andersen-Ausschreibung wurde mein Roman „Die blutroten Schuhe“, der meiner Verlegerin so gefiel, dass sie ihn als eigenständiges Buch verlegte. Die anderen Geschichten der Ausschreibung finden sich in der Anthologie „Die kleine Meerjungfrau weint nicht um ihren Prinzen“.

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NaNoWriMo: Happy End

Nachdem uns Dorothe Zürcher den ganzen November über berichtet hat, wie es ihr mit dem NaNoWriMo, dem National November Writing Month, erging, wollen wir Euch ihr Fazit natürlich nicht vorenthalten – und sagen zum Abschluss herzlichen Dank, liebe Dorothe, dass wir dabei sein durften in deinem ganz persönlichen NaNoWriMo – vielleicht ermutigt dein Bericht ja andere Schreibwütige, es im nächsten Jahr auch mal zu versuchen.
Zürcher-Dorothe-Komp3Ich geniesse die ersten freien Abende im Dezember. Ich geniesse es, wieder einmal ein Buch in die Hände zu nehmen und darin zu stöbern. Der Weihnachtsstress wirkt richtig gemächlich auf mich.
Im Computer ruht ein halb fertiger Roman, aus dem wirklich etwas werden könnte. Ein Roman, den ich sonst nie geschrieben hätte. In einigen Wochen werde ich ihn in aller Ruhe überarbeiten.
Noch klopfen wir „Naniten“ uns gegenseitig auf die Schultern und gratulieren uns. Trotzdem bin ich unsicher, ob ich mich dem Schreibmarathon nochmals ausliefern würde. Ich bin stolz auf meinen Erfolg, geniesse es, wie mir das Schreiben so leicht und einfach aus den Fingern fliesst. Aber ich habe oft unter grossen Druck gearbeitet.
Zum Glück werde ich erst im nächsten Sommer entscheiden, ob ich mich wieder an den NaNo anmelden werde. Dann wird alle Mühsal vergessen sein und ich werde mich nur noch in rosaroter Verzückung an den vergangenen November erinnern.

Mein erstes Buch: Florian Herb

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Und manchmal ist tatsächlich alles ganz einfach. So wie bei Florian Herb.

Florian, so lange ist es noch gar nicht her, dass dein erstes Buch erschien. 2013 war das. Wie kam’s dazu?
Flori1Der Anlass für meinen Debütroman `Männerwirtschaft´ war die Geburt unseres ersten Sohnes, Julian. Bis zu diesem Punkt war ich in beruflichen Belangen eher eine `Befriedigend´, als eine `Gut´. Aber meine Frau war eine `Sehr gut´, schon immer und in allem! Und so haben wir die klassische familiäre Rollenverteilung einfach umgekehrt. Ich blieb daheim mit schlotternden Knien und meine Frau ging, ebenso nervös, wieder zur Arbeit.

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Mein erstes Buch: Su Turhan

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Su Turhan hat die außergewöhnliche Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn jemand ein Buch bei einem bestellt.

Lieber Su, berichte uns: Wie kam’s zu deinem ersten Buch?
Su_Turhan-Droemer_RoelekeDie Veröffentlichung meines ersten Buches ist erst dreieinhalb Jahre her. Erstkontakt mit „Kommissar Pascha“ bekam ich durch einen dieser berühmten Anrufe – vollkommen unerwartet am Flughafen, auf dem Weg nach Mumbai zu einem Filmfestival. „Können Sie sich vorstellen, einen Roman zu schreiben, Herr Turhan? Was bayerisch-türkisches?“ Lange habe ich nicht überlegt, bevor ich geantwortet habe: „Logisch, kann ich das.“ Die Anruferin wurde zu meiner Lektorin bei Droemer, wir haben mittlerweile vier Bücher zusammen gemacht. Aber das erste Mal ist natürlich – wie bei allem – etwas Besonderes. Was habe ich mit mir gehadert! Schaffst du nie, kannst du nicht. Ich spürte aber, das etwas in mir brüllte, ein großes Tier mit scharfen Zähnen, das es satt hatte, weggesperrt zu sein. Und ich machte mir bewusst, dass es auch in Bezug auf Filmregie und Drehbuch irgendwann das erste Mal gab. Ich bin Autodidakt. Dinge anzugehen, Mut zu machen, habe ich mir versucht, anzueignen. Das Leben kann man ja auch nicht studieren. Nachdem wir uns auf das Krimigenre verständigt hatten, habe ich mich an einer Leseprobe versucht und gemerkt, wie viel künstlerische Freiheit mich erwartet und ich erzählen konnte, was ich für unterhaltsam, spannend und lesenswert hielt. Aus bestellten dreißig sind rund sechzig Probeseiten geworden. Meine bayerisch-türkische Hauptfigur Zeki Demirbilek war greifbar, authentisch und gleichzeitig fiktional überhöht. Ich bin sehr glücklich, dass der erste Roman verfilmt wird – auch wenn die Story ordentlich entschlackt werden musste. Ich hole nämlich gerne viele Figuren und Erzählstränge auf die Romanbühne, die TV-Bühne bietet da weniger Platz.

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NaNoWriMo: Showdown – die vierte Woche

Und – schwupp – da ist der November fast schon rum – und damit der „National Novel Writing Month“. Wir schalten um zu unserer Schweizer Schreib-Korrospondentin Dorothe Zürcher und sind gespannt, wie weit sie es mit ihrem Roman gebracht hat.

Zürcher-Dorothe-Komp3Endlich kann Renia ihrer großen Liebe Kelio um den Hals fallen. Zusammen hetzen sie durch eine zerstörte Stadt. Eifersüchtige Intriganten, machthungrige Geschwister, Feuersbrünste – nichts kann die beiden mehr auseinanderbringen. Die Szene läuft wie ein Film vor mir ab. Ein Film, dem ich fasziniert folge, da ich ihn selber nicht kenne. Bricht das Haus, neben dem sie sich eben ausruhen, in sich zusammen? Das Haus bricht zusammen! Wie reagieren sie? Was empfindet Renia? Wie hole ich sie jetzt hier wieder raus, ohne dass die Szene kitschig wirkt? Es schreibt. Schon hasten sie weiter. Soll ich noch die Erde beben lassen?

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Mein erstes Buch: Heiko Wolz

Wir haben Schriftsteller-Kolleginnen und -Kollegen gefragt, wie ihr erstes Buch entstanden ist. Die Antworten sind ebenso unterschiedlich wie spannend. Heiko Wolz‘ Geheimrezept: Sich nicht unterkriegen lassen.

HeikoWolzLieber Heiko, erzähl‘, wie kam’s zum ersten Buch?
Meine erste Geschichte schrieb ich in der fünften Klasse. Heimlich. Im Mathe-Unterricht unter der Bank. (Tut mir leid, Herr Schellenberger, aber so war es.) Schon damals wusste ich, dass es für mich nur eins geben konnte: das Schreiben. Diese Liebe hat mich immer begleitet, von den Weltschmerz-Gedichten der Pubertät bis zu den ersten ernsthaften Versuchen Anfang / Mitte Zwanzig. Natürlich konnte ich damit noch nicht in einem Verlag landen. Ich hatte dann das große Glück, ins Montségur-Autorenforum aufgenommen zu werden. Der Austausch mit den KollegInnen dort hat mich sehr weitergebracht. Als dann das erste Kapitel meines „Spinnerkinds“ auf eine Website mit Leseproben gestellt wurde, kam nach wenigen Tagen der kleine Addita-Verlag auf mich zu. Und somit stand dem ersten Buch nichts mehr im Weg.

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